Ausschwitz
Aus Stilus
Meinten Sie Auschwitz fragt Google und findet die Fehlleistung 72.400 mal (9. Mai 2007). Das Wortspiel widerfährt nicht nur Referate verfassenden SchülerInnen:
Der Papst betet in Ausschwitz
Radio Vatikan, 28. 5. 2006 (http://www.oecumene.radiovaticana.org/TED/Articolo.asp?c=80638)
Papst in Ausschwitz - Eigentor für die katholische Kirche?!
Young communists 29. 5. 2006 (http://yc.or.at/news/article.php/2006052913120645)
8.900.000 Seiten, die sich mit Auschwitz befassen, kennt Google. Jedes 122ste Mal wird der Name falsch geschrieben.
Das Missverständnis ist zunächst verzeihlich. Es drängt sich auf. Doch macht die Topographie wirklich solche Scherze über den Todesschweiß der in den Gaskammern Sterbenden? Man muss doch nachfragen. Als ich von dem Ort und dem, was dort geschehen ist, das erste Mal gehört habe, habe ich den Namen auch so verstanden und an einen grausigen Witz geglaubt, den sich die Mörder geleistet hatten. Ich war freilich acht oder neun Jahre alt.
Dieser hier wusste, was er schrieb:
"Antifaschisten" gerne lügen,
und zwar daß sich die Balken biegen.
Auch weiß man, daß sie Fälscher sind
und auf dem linken Auge blind.
Es scheint, daß dies nun vielen dämmert,
denn dieses Land ist nicht belämmert.
Und was in Schülerhirnen sitzt,
wird auch noch einmal ausgeschwitzt.
Wolf Martin, Neue Kronenzeitung, 18. 11. 1999

