Machtausübung eines Präsidenten

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Nur Sergej Schojgu kann die Staatsreserven anzapfen, um welche die Gouverneure bei ihm ansuchen müssen. Also alles ideal, was man zur Machtausübung eines Präsidenten benötigt.

Kut Seinitz, Kronenzeitung, 5.5.2007

Schon der erste Satz ist verhatscht. Die Gourverneure suchen bei Schojgu nicht um die Staatsreserven an, sondern um bestimmte Ressourcen aus den Staatsreserven. (Im Satz davor werden diese Ressourcen im Einzelnen aufgezählt.) Na schön. Aber was ist da im zweiten Satz passiert? Der Verfasser wollte wohl ausdrücken: Diese Position ist also ideal für jemanden, der nach dem Präsidentenamt strebt, denn ihr Inhaber verfügt schon jetzt über alles, was ein Präsident zur Machtausübung braucht. Nur ist der erste Teil des Satzes - vielleicht in der Eile, vielleicht aus Platzmangel - auf drei nunmehr sinnlose Wörter zusammengeschrumpft. Der zweite Satz hat wohl gedanklich zunächst die Form gehabt: alles, was man zur Machtausübung braucht. Ja, aber zu welcher Machtausübung? Zur Präsidentenmachtausübung? Nein, das geht nicht. Zur Machtausübung eines Präsidenten.

Der entscheidende Fehler liegt in dem Wörtchen man. Man bekommt eigentlich nur selten Gelegenheit zur Machtausübung eines Präsidenten. Wo doch nur einer von 200 Millionen Präsident sein kann.